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Novalis Artikel
Novalis (* 2.05 1772 auf dem Stammsitz der obersächsisch-freiherrlichen Linie derer zu Hardenberg in
Oberwiederstedt (heute Wiederstedt ) nahe Hettstedt; † 25. März 1801 in Weißenfels),
mit bürgerlichem Namen Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, war ein Dichter der Frühromantik .
Buch-Tipp: Die blaue Blume. SZ-Bibliothek Band 95 Deutsche Romantik mit britischem Humor "Sophie sey mein Schuz Geist" ließ Fritz von Hardenberg, der später unter dem Namen Novalis berühmt wurde, in den Verlobungsring für die "Seele meiner Seele", für "meine Philosophie" eingravieren. Der brillante Jurist und Philosoph verliebte sich unbegreiflicherweise in die zwölfjährige Sophie von Kühn,... | |
In einem kleinen Lebensabriß verzeichnete Novalis' Mutter Auguste Bernhardine Freifrau von Hardenberg, geb. v. Bölzig, die Geburt ihres zweiten Kindes: "Den 2ten May 1772 zu Wiederstedt machte uns Eltern Gott die Freude und schenkte uns einen Sohn, welcher in der heil. Taufe den Namen bekam: Georg Friedrich Philipp v. H." Ein jüngerer Bruder erhielt später den Rufnamen Georg,
so daß er sich meist selbst Philipp Friedrich, Friedrich oder auch Fritz nannte. Die gelegentlich angegebene Namensvariante mit "Leopold" geht auf einen Brief Novalis' an C. L. Reinhold vom 5.10.1791 zurück. Sie war wohl einem gewissen jugendlichen Übermut geschuldet und taucht in den Briefen auch ca. bei dieser Gelegenheit auf. Wiederum andere "Phantasienamen" aus dieser Zeit sind Kurt und Albert.
Obwohl er auch während seines Studiums an der Bergakademie Freiberg und seiner Mitwirkung an der Geognostischen Landesuntersuchung Sachsens als Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg aktenkundig geworden ist, tragen insbesondere wichtige Dokumente aus seiner Berufstätigkeit (z.B. die Einstellungsurkunde als Assessor an den Kurfürstlichen Salinen zu Dürrenberg vom 3. Februar 1800) durchweg den Geburtsnamen.
Für die Veröffentlichung der Fragmentsammlung "Blüthenstaub" in dem Athenäum wählte er das Pseudonym Novalis, "welcher Name ein alter Geschlechtsname von mir ist". (an A. W. Schlegel, Freiberg, 24.2.1798). Seine Vorfahren hatten sich erst nach einem Gut Großenrode oder 'magna Novalis' bei Nörten "Von Rode" oder "de Novali" genannt. Später gab sich die Familie dann den Namen "von Hardenberg" nach der Burg nahe Nörten.
Buch-Tipp: Fragmente und Studien. Die Christenheit oder Europa. Säuberung von der Poesie So bezeichnet Novalis das Vergehen einer neuen Zeit, die alles ca. in dem Lichte sehen mag, den Schleier des noch Geheimen nimmt und ca. noch soetwas wie den Fortschritt anbeten möchte. In der echten katholischen Einstellung zu dem Leben, zur allumfassenden Annahme aller Möglichkeiten in diesem kurzen Leben, sieht der glaubende Autor,... |
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Der Sohn des streng pietistischen Direktors der kursächsischen Salinen, Heinrich Ulrich Erasmus Freiherr von Hardenberg, schloss das Rechtsstudium in Jena, Leipzig und Wittenberg 1794 mit dem besten Examen ab. In dem selben Jahr wurde er als Aktuarius nach Tennstedt geschickt. In dem nahen Grüningen begegnete er der damals 12jährigen Sophie von Kühn, mit der er sich am 15. März 1796 ohne Wissen der Eltern verlobte. In dem Januar 1796 wurde er Akzessist an der Salinendirektion in Weißenfels. Nach dem Tode Sophies am 19. März 1797 ging er Ende 1797 an die Freiberger Bergakademie, wo er Bergwerkskunde, Chemie und Mathematik bei Prof. Abraham Gottlob Werner studierte und an der geognostischen Landesuntersuchung beteiligt war. Auch die zweite Verlobung 1798 mit Juliane von Charpentier, Tochter des Berghauptmanns Johann Friedrich Wilhelm Toussaint von Charpentier , blieb ohne Hochzeit. Pfingsten 1799 kehrte er zur Salinendirektion zurück und wurde in dem Dezember zu dem Salinenassessor in Weißenfels und Mitglied des Salinendirektoriums ernannt. Höhepunkt der beruflichen Laufbahn war die Ernennung zu dem Supernumerar-Amtshauptmann für den Thüringischen Kreis am 6. Dezember 1800. Seit August dieses Jahres war er an Schwindsucht erkrankt und konnte die Arbeit nicht mehr aufnehmen.
Buch-Tipp: Gesamtausgabe 02. Ursprung und Gegenwart 1 Einsicht in die Kräfte des Neuen Diese Schrift ist dem Werden des neuen Bewusstseins gewidmet, das Jean Gebser das integrale oder aperspektivische Bewusstsein bezeichnet. Der erste Teil trägt den Titel „Die Fundamente der aperspektivischen Welt". Der zweite Teil versucht dann, die „Manifestationen der aperspektivischen Welt" darzustellen.... |
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Novalis war Mitbegründer der Romantik, Autor des Romans Heinrich von Ofterdingen, im die "blaue Blume" ein Schlüsselmotiv ist. Die Lehrlinge zu Sais ist ein weiteres bekanntes Romanfragment des Verfassers. Er verfasste viele berühmte Gedichte, wie z.B.:
- Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
- Sind Schlüssel aller Kreaturen,
- Wenn die, so singen oder küssen
- Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
- Wenn sich die Welt in das freie Leben
- Und in die Welt wird zurückbegeben,
- Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
- Zu echter Klarheit werden gatten
- Und man in Märchen und Gedichten
- Erkennt die wahren Weltgeschichten,
- Dann fliegt vor einem geheimen Wort
- Das ganze verkehrte Wesen fort.
Eine ganz besondere Faszination übt noch heute das Fragmentarische seines Werks aus; mehrere Notiz- und Tagebücher von Novalis sind überliefert.
Novalis' Schriften erschienen zuerst 1802 (herausgegeben von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck); bei dieser und den folgenden vier Ausgaben ist Tieck allein für die Vorreden und in weitem Umfang auch für die Zusammenstellung, Auswahl und Bearbeitung der Texte
verantwortlich.
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